Der Standort für die neue sportliche Heimat des SV Völkersbach war schnell gefunden. Am Wasen soll sie entstehen, ein Rasenplatz mit großzügigem Clubhaus. Eine große finanzielle Herausforderung und ein Prüfstein für den ganzen Verein. In zwei Sätzen fasst der damalige Schriftführer Albrecht Koch die Vereinslage zum Jahreswechsel 1960/61 zusammen:
„Hiermit möchte ich der Vereinsleitung, allen Spielern, Mitgliedern und Gönnern des Sportvereins Völkersbach, auch diejenigen, die ich nicht erwähnt oder vergessen habe, den Dank für ihre Treue und Mitarbeit, die sie dem Verein im verflossenen Jahr gehalten haben, aussprechen. Zugleich möchte ich sie bitten, für das kommende Jahr, das wohl dem verflossenen in Arbeit kaum nachstehen wird, im Gegenteil mehr Opfer und Vereinsinteresse von uns verlangt, damit uns der Erfolg in Hinsicht des Clubhauses, den wir ja alle erhoffen, bald beschieden wird. Damit die Fußballfamilie Völkersbach, wenn ich sie so nennen darf, ihre Kameradschaft, die ihr so fehlt, in ihrem neuen Heim besser entfaltet und gepflegt wird.”
Im Februar 1959 begannen die Arbeiten für das neue Sportgelände. Mit riesigen Planierraupen führten in Ettlingen stationierte amerikanische Soldaten die Erdarbeiten aus.
Vier Jahre später, am 13. Juni 1963, berichtete das Protokollbuch über die Sportplatzeinweihung: Als am 13. Juni 1963 um 14.30 Uhr der Startschuss zur Sportplatzeinweihung gegeben wurde, waren etliche hundert Zuschauer anwesend. Der neue Sportplatz wurde durch Herrn Bürgermeister Mayer an den Sportverein übergeben. In seiner Ansprache würdigte er, dass diese Sportstätte der Jugend für Gymnastik und Leibesübungen dienen soll. Ferner soll auf dieser Sportstätte in fairer und sportlicher Weise gekämpft werden.
Anschließend wurde der Platz durch den Ortsgeistlichen, Herrn Pfarrer Roßhocker, eingeweiht. Ein Höhepunkt für die Zuschauer war die Landung eines Hubschraubers auf dem Sportplatz. Zu der Sportplatzeinweihung konnten prominente Mannschaften wie die Traditionself des KSC, die ersten Mannschaften vom Offenburger Fußballverein, FV Daxlanden sowie VFB Gaggenau verpflichtet werden.
Um 20 Uhr fand ein großer bunter Abend statt. Es war wohl einer der schönsten Abende, die in Völkersbach über die Bühne gingen. Der Rasenplatz mit Flutlichtanlage war geschafft, fehlte nur noch das Clubhaus, ein einstöckiges Holzhaus, das wiederum mit viel Eigenleistungen abmontiert und am Wasen wieder aufgeschlagen wurde. Im Oktober 1965 nahm das neue Vereinsheim seinen Betrieb auf. Die Rahmenbedingungen für weitere sportliche Erfolge waren geschaffen, vielleicht auf Kosten einer echten Sportgemeinschaft und schlagkräftigen Fußballmannschaft. Denn die ersehnten Erfolge blieben aus. Robert Koch skizziert in einem Resümee Ende 1965 die neue Situation des Vereins: „Das 19. Vereinsjahr unseres Vereins hat die Vorstandschaft und die Verwaltung auf eine harte Probe gestellt. Dies ist auch auch im Weltgeschehen zu beobachten, dass derartige Zusammenschlüsse (Vereine) nur noch von Idealisten getragen werden können. Das Vereinsinteresse hat durch anderweitige Unterhaltung (Fernsehen usw.) schwer nachgelassen. Vor allem fehlt es bei den aktiven Spielern an Zusammenhalt; verursacht durch die erwähnten Punkte. Es ist daher erfreulich festzustellen, dass die gewählten Männer für unseren Verein viel Freizeit opfern und für den Verein viel geleistet haben. Vor allem wird es in Zukunft schwer sein, finanziell den Verein gut zu erhalten.“