20. Mai 2011: Nach jahrzehntelangem Träumen, jahrelangen Planungen und letztendlich acht Monaten Bauzeit, wird das neue Trainingsgelände am Wasen feierlich eingeweiht. Auf dem neuen Multifunktions- und Ricotenplatz konnte von nun an auch im Winter bzw. bei schlechtem Wetter trainiert werden. Auch bei vielen Kindern und Jugendlichen findet die neue Anlage von nun an besonderen Anklang und wird regelmäßig zum Fußball- und Basketballspielen genutzt.
Davon beflügelt feierte man nur drei Wochen später, am 5. Juni 2011, die Rückkehr in die A-Klasse. Nach einer Saison, in der man sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Nachbarn und Aufsteiger aus Burbach lieferte, ging der SVV letztendlich als Sieger hervor und steigt erstmals als Meister direkt auf. Schützenhilfe bekam die Kromke-Elf aus Neuburgweier, die am vorletzten Spieltag den SV Burbach mit 3:1 bezwingen konnten. Gleichzeitig sicherte man sich mit einem deutlichen 13:0-Kantersieg den 1. Tabellenplatz gegen den Türkischen SV. Wie auch schon die Aufstiege zuvor, wurde auch dieser bereits auf dem Platz und gemeinsam mit den mitgereisten Fans ausgelassen gefeiert. Kurzfristig wurden zwei Traktoren und eine denkwürdige Feier im Clubhaus organisiert zu der dann auch noch die Neuburgweierer hinzustießen.
Noch im selben Jahr wurde unserem ehemaligen Spieler Philipp „Pippo” Görig, durch sein Tor über fast das gesamte Spielfeld, in der Nachspielzeit gegen Bad Herrenalb, eine besondere Ehre zuteil. Ein Besuch im aktuellen Sportstudio, welches noch heute Samstag für Samstag im ZDF live ausgestrahlt wird. Dabei durfte er u. a. den jahrelangen Spieler und Trainer Holger „Stani” Stanislawski vom FC St. Pauli persönlich kennenlernen. An der legendären Torwand unterlag er diesem leider mit 0:3 Treffern, was diesen einmaligen Tag jedoch keineswegs trübte. Der 15. Oktober 2011 wird beim SVV für immer unvergessen bleiben.
Ebenfalls im Jahr 2011 entschied sich die Vorstandschaft den Saal im Klosterhof wieder für ein Event zu nutzen. Mit Gunzi Heil startete 2012 die Erfolgsserie des „Badischen” Abends. Es folgten sieben weitere, u. a. mit Harald Hurst & Volker Schäfer, Gunzi Heil & Matthias Reuter, Rolf Miller sowie Bernd Kohlhepp. Highlights waren sicherlich 2016 „Eure Mütter” und 2019 Rüdiger Hofmann. In den Jahren 2020 und 2021 viel der Badische Abend Pandemiebedingt aus, aber die Vorbereitungen für 2022 laufen bereits und man plant fest mit badisch-schwäbischen Landestreffen von Gunzi Heil und Bernd Kohlhepp „Greif dir einen Hirsch, Löwe”!
Am 26. Mai 2012 gelang unserer damaligen 2. Mannschaft eine wahre Sensation. Nach einem katastrophalen Saisonstart mit sechs sieglosen Spielen in Folge schaffte man die Wende und stieg letztendlich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte auf. Erst am letzten Spieltag schaffte man den Sprung auf Platz 2, der in dieser Saison den Aufstieg bedeutete. Der FC Germania Neureut 2 durfte als Meister nicht aufsteigen, da deren 1. Mannschaft bereits in B-Klasse spielte. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball und wir sind heute noch stolz auf unsere ehemaligen Kicker, die an diesem Tag wahrlich Einmaliges vollbracht haben.
In den Folgejahren folgten weitere Renovierungen rund um das Vereinsgelände. Im Jahr 2013 war es endlich so weit. Die nach langer Zeit in die Jahre gekommene alte, wenn auch treue Theke des Clubhauses, wurde erneuert. Mit Unterstützung unserer Brauerei „hoepfner“ und der Firma Freudemann war nach langer Planung das neue Konzept fertig und konnte umgesetzt werden. Helles Holz, neue elektrische Geräte, eine neue Zapfanlage, ein größerer Bereich hinter der Theke und eine neue Konstruktion sollten es den Gästen im Clubhaus am Wasen noch gemütlicher machen und das Bier noch besser schmecken lassen. Der Abriss der Theke wurde in Eigenleistung erledigt. Dem ein oder andern fiel der „Hammerschlag“ nicht leicht, klebten doch so viele Erinnerungen, Heimsiege und tolle Momente an der alten Theke fest. Auch der große Aufzug wurde mit entfernt, da die Tage der Kegelbahn und damit die Bewirtung im Keller gezählt waren. Die schwere Arbeit wurde durch das ein oder andere Fundstück „unter der Theke“ erleichtert. Neben „D-Mark Münzen“, einer alten Schachtel „HB“ wurden auch noch WOLF-BRÄU-Bierdeckel gesichtet. Nachdem die Firma Freudemann ihre Arbeiten beendet hatte, strahlte das Clubhaus in neuem Glanz und die Helfer und Wirtsleute waren voller Stolz. Eine kleine Randnotiz: Das Bier schmeckte tatsächlich noch besser!
Auf dem Fußballfeld festigte man fünf Jahre lang den sicheren Platz in der A-Klasse, konnte jedoch in der Saison 2015/2016 den Abstieg nach langem Kampf nicht verhindern. Am Ende fehlte gerade mal ein Punkt, um zumindest den Relegationsplatz zu erreichen. Gegen die direkten Konkurrenten aus Palmbach, Oberweier und Burbach zog man schlussendlich den Kürzeren und musste wieder einmal den bitteren Gang in die B-Klasse antreten. Aus sportlicher Sicht verliefen die folgenden Spielrunden bis zum heutigen Tag eher mittelmäßig und die Rückkehr in die A-Klasse liegt ferner denn je. Erreichte man in der Saison nach dem Abstieg noch einen guten 5. Platz, versank man daraufhin mit Platz zehn, zwölf und nochmals zwölf eher im Mittelmaß der B-Klasse. Für das Spieljahr 2019/2020 galt jedoch bereits ein anderer Maßstab als üblich, denn diese Saison konnte aufgrund der Corona-Pandemie nur bis zur Winterpause gespielt und gewertet werden. Glücklicherweise befand sich der SVV außerhalb der Gefahrenzone und durfte somit in der Liga verbleiben. Ein Jahr später hatte man sogar noch mehr Glück. Mit voller Hoffnung auf die sportliche Wende, gelang mit vier Punkten aus zwei Spielen ein Start nach Maß. Nach Spieltag acht stand aber immer noch die gleiche Punktzahl auf dem Konto und bedeutete den vorletzten Tabellenplatz. Dann schlug wieder einmal Corona zu und die Spielzeit wurde aufgrund der nicht beendeten Vorrunde gar komplett annulliert und nicht gewertet.
Mit dem neuen Trainer Christoph Kromke weht seit dieser Saison ein frischer Wind durch die Fußball-Abteilung des SVV. Nun gilt es gemeinsam mit einer jungen, ehrgeizigen Mannschaft und dem ein oder anderen alten Hasen an die früheren sportlichen Erfolge anzuknüpfen und langfristig ein hungriges, erfolgreiches Team aufzubauen. Mit einem (Stand heute) guten Mittelfeldplatz in der B-Klasse und wieder sehenswertem Fußball sind die Weichen gestellt und wir blicken nach langer Zeit wieder optimistisch in die Zukunft.
Im zweiten Halbjahr 2020 hatte die aktive Rentergruppe um Ferdinand Benz, Gebhard Fritz, Alfred Ochs und Manfred Schmid eine tolle Idee. Nachdem auf dem Vereinsgelände erfolgreich Seniorensportgeräte installiert wurden, sollte das grundsätzliche Angebot für Senioren weiter ausgebaut werden. Mit diesem Thema befassten sich nach gemeinsamer ehrenamtlicher Tätigkeit drei bis vier Mitglieder besagter Rentnergruppe so intensiv, dass sie gemeinsam auf folgenden Gedanken kamen. „Wir haben doch einen so toll gepflegten Rasenplatz, der bietet sich wunderbar für ein wöchentliches Barfußlaufen an.” Und so treffen sich seitdem immer freitags um 8.00 Uhr körperbewusste Interessierte aller Art in geselliger Runde. Dabei wird die Fußmuskulatur gekräftigt, Bänder und Sehnen trainiert, die Koordination verbessert und das Verletzungsrisiko in den Fußgelenken minimiert.
Getreu dem Motto „Bewegung ist Leben” geht es der motivierten Truppe um ein körperbewusstes Miteinander und darum, das Vereinsleben auch für Senioren am Leben zu erhalten. Der Spaß kommt dabei natürlich niemals zu kurz.
Die aktuelle Herausforderung heißt: Das Vereinsleben trotz Corona mit Leben zu füllen und die strukturelle sowie sportliche Philosophie weiter voranzutreiben. Die Sehnsucht nach sportlichen Aktivitäten und fußballerischem Erfolg ist vor allem bei den rund 600 Mitgliedern groß. Nur gemeinsam sind wir stark und können als Verein ein Dorf begeistern.
So viel zur Geschichte und den Highlights aus 75 Jahren Vereinsleben. Bei Weitem nicht die ganze Wahrheit, aber zumindest in groben Zügen. Ja, es gibt viel zu erzählen über unseren lieb gewonnenen SV Völkersbach und so hört man zu diesen Zeiten wieder verstärkt die vielen originellen Geschichten, die sich zugetragen haben. Die einen zum Schmunzeln, andere noch immer wutentbrannt und besserwissend, wenige zum Kopfschütteln, aber alle mit ein wenig Wehmut und Leidenschaft erzählt – eben „Blau-Weiße”-Geschichten aus Völkersbach.